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Public Viewing in Neuwied: für Dunkelhäutigen nur gegen deutsches Gedicht
29.06.2012 14:14 (991 x gelesen)

Neuwied. Die schwarz-rot-goldene Fußballparty hat in Neuwied einen herben Dämpfer bekommen. Während des EM-Spiels Deutschland gegen Griechenland sollen sich Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, die die Besucher auf das Gelände der VR-Bank-Fanmeile ließen, rassistisch gegenüber mehreren jungen, dunkelhäutigen Personen geäußert haben.

Die EM-Euphorie hat einen herben Dämpfer bekommen. Jugendliche sollen beim Viertelfinalspiel der Deutschen Nationalelf gegen Griechenland wegen ihrer Hautfarbe nicht aufs Gelände gelassen worden sein. Foto: Jörg Niebergall

 



Sie sollen zwei Fußballfans afrikanischer Abstammung sogar den Zutritt zum Public-Viewing-Bereich verwehrt haben. Der RZ liegen drei Berichte von Personen vor, die sich schockiert über die Vorfälle in der Deichstadt geäußert haben.

"Du wohl heute nicht"

"Wir sind nach dem Training zur Fanmeile gefahren und konnten es nicht glauben, als der einzige Dunkelhäutige in unserer Gruppe ohne Abtasten mit den Worten ,Du wohl heute nicht' aus der Veranstaltung entfernt wurde", berichtet ein Mitglied eines Neuwieder Sportvereins. Auf Nachfrage nach einer Begründung habe die Gruppe nur die knappe Antwort erhalten: "Hier herrscht Hausrecht, wir können reinlassen, wen wir wollen."

Zwei deutsche Gedichte aufsagen

Der Mann vom Sportverein berichtet weiter, dass man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probiert habe, in den Public-Viewing-Bereich zu gelangen. "Wir hatten in unserer Gruppe erneut einen farbigen Jugendlichen dabei, und diesmal ereignete sich ein unglaublicher Eklat. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bestanden darauf, dass er, um letztlich eingelassen zu werden, zwei deutsche Gedichte aufsagen müsse."

14-Jähriger verbringt erste Halbzeit vor dem Eingang

Bei einem weiteren Vorfall war die Lehrerin einer Neuwieder Schule beteiligt. "Ich besuchte mit meinen Schülern das Public-Viewing in Neuwied. In dem Gedränge fiel uns erst etwas später auf, dass einer unserer Schüler fehlte. In der Halbzeitpause entdeckten wir ihn vor dem Eingang wieder", sagt die Pädagogin. "Es stellte sich heraus, dass er die gesamte erste Halbzeit vor dem Eingang verbracht hatte. Auf die Frage, warum er draußen stehen würde, berichtete er Ungeheuerliches. Die Einlasskontrolle habe ihm den Zutritt verweigert. Als er fragte, warum er denn nicht rein dürfe, hätten sie ihm geantwortet: Weil du schwarz bist." Die Lehrerin war geschockt: "Der Junge ist 14 Jahre alt, wohnt in Neuwied, ist wohl erzogen, zurückhaltend und war an diesem Abend wie immer sauber gekleidet und nüchtern."

Sponsor zeigt sich schockiert

Von einem weiteren diskriminierenden Verhalten berichtet eine Frau aus Neuwied, deren dunkelhäutiger Adoptivsohn (13) zunächst nicht die Fanmeile betreten durfte. "Ohne Gründe zu nennen, hat man ihn am Eingang an die Seite gestellt. Er wusste nicht, was er dort machen sollte. Irgendwann hat man ihn doch aufs Gelände gelassen."

Quelle: RZ Nuwied/Linz


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